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  • Rückenschmerz – Teil III. Operative Möglichkeiten

    Rückenschmerz – Teil III. Operative Möglichkeiten

    Nicht zu selten muss der behandelnde Arzt eines „Rücken-Patienten“ nach erfolgloser konservativen Vorbehandlung auch über einen notwendigen und weiterreichenden „invasiven und/oder operativen Eingriffe ‘informieren und mit seinem anvertrauten Patienten über weitere Maßnahmen entscheiden.

    Wenn ein Laie von Wirbelsäulenchirurgie hört, tritt im ersten Moment meistens ein starkes und berechtigtes Unbehagen auf. Die allgemeine Vorstellung, dass es sich um risikoreiche Eingriffe handelt, ist immer noch weit verbreitet. Dagegen hat die Wirbelsäulenchirurgie in den letzten zehn Jahren enorme Fortschritte gemacht. Während in den achtziger und neunziger Jahren noch Versteifungen mit großen Operationsnarben und langem Krankenhausaufenthalt an der Tagesordnung waren, können heute die meisten Eingriffe ambulant mit Operationsnarben z.T. unter 1cm durchgeführt werden.

    Das ist insbesondere zwei Tatsachen zu verdanken. Einerseits sind neue Biomaterialien, OP-Techniken und Implantate auf den Markt gekommen, andererseits haben sich zunehmend auch außerhalb von Krankenhäusern interdisziplinäre Zentren gebildet, bei denen die gesamte Palette konservativer Behandlung und minimal-invasiver Chirurgie angeboten werden. So ist von der Diagnostik bis zur richtigen Therapie praktisch alles in einer Hand und es kann einer gezielte individuell angepassten Stufentherapie durchgeführt werden.

    So können heute zum Beispiel viele Bandscheibenvorfälle bei Versagen der konservativen Therapie ambulant durch einen wenigen Minuten dauernden Eingriff unter örtlicher Betäubung geschrumpft werden. Die Erfolgsraten liegen hier höher als bei der herkömmlichen offenen Therapie. Falls ein größerer Bandscheibenvorfall mit Nervenausfällen vorliegt, wird unter Einsatz eines Mikroskops dieser ebenso oft ambulant entfernt. Gleichzeitig wird ein Schutzfilm um den Nerv eingegeben, was Vernarbungen und Schmerzen reduziert und die Gefahr eines erneuten Bandscheibenvorfalles verhindert. Auch einfache Brüche (Frakturen) der Wirbelsäule, die früher noch mühselig mit Korsett über 3 – 6 Monate behandelt wurden, werden heute durch einen ambulanten Eingriff, wobei unter örtlicher Betäubung ein Biomaterial in den Wirbel gespritzt wird, stabilisiert.

    Die Patienten sind sofort danach arbeits- und sportfähig. Auch bei chronischen Problemen der Wirbelsäule wie z.B. Nerveneinengungen im Hals- oder Lendenwirbelsäulenbereiche ist es heute möglich, auf große Operationen und Versteifungen zu verzichten, und Implantate einzugeben, die das Problem beheben und die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten. Als Grundsatz dient hier der Leitspruch: Nicht durch eine Versteifung, sondern durch gezielte Behandlung der Schmerzursache mit dem kleinstmöglichen Eingriff die Schmerzen zu therapieren. Natürlich kann es vorkommen, dass bei einem deutlichem Wirbelgleiten das entsprechende Segment versteift werden muss. Allerdings gibt es auch hier heute Schlüssellochtechniken, die die sofortige Mobilisation und eine frühe Entlassung, oft nach wenigen Tagen ermöglichen. Weiterhin ist durch eine bessere interdisziplinäre Vernetzung in Spezialzentren gewährleistet, dass auch andere Ursachen für Wirbelsäulenbeschwerden rechtzeitig erkannt und gezielt therapiert werden. So können unnötige Operationen vermieden werden und insgesamt die Erfolgsrate der Wirbelsäulen-Operationen (die richtig selektiert eingesetzt heute bei bis zu 90% liegt) ermöglicht werden.

    Zusammenfassend hat die moderne Wirbelsäulenchirurgie viel von ihren Schrecken verloren. Der alte Spruch, „versteifen ist besser“, ist durch die Erkenntnis „weniger ist mehr“ ersetzt worden, um die Beweglichkeit zu erhalten, die Arbeits- und Sportfähigkeit durch einen möglichst ambulanten oder kurzstationären Eingriff wiederherzustellen und um vor allem die potentiellen Risiken dabei zu minimieren.

    Hier einmal in Kurzform einige der wichtigsten -Wirbelsäulen Eingriffe- zusammengestellt.

    I. Die minimalinvasiven Methoden: Facetten-Infiltrationen/Nervenwurzelblockade/ Peridurale Injektions-und Kathetertechniken mit antientzündlichen/analgetischen Materialien

    II. Bandscheibenverfahren: minimalinvasiv / endoskopisch mit und ohne weitere begleitende OP Verfahren/Mitteln.

    III. Versteifungsoperationen / Bandscheibenprothesen und weitere Bewegungssegment beeinflussende operative Eingriffe

    Aber auch bei operativen Verfahren ist meist ist ein grundlegendes Verändern des sog.
    „ Rückenbewusstseins“ im Sinne einer sogenannten „Rückenschule“ sehr wichtig und zum nachhaltigen Therapieerfolg erforderlich. Und trotz oder auch gerade wegen einer erfolgreichen Wirbelsäulen Operation ist es zwingend erforderlich „immer selbst was“ für seinen Rücken zu tun.
    Und WICHTIG: das richtige therapeutische Verfahren zum richtigen Zeitpunkt individuell zu finden ist die hohe Kunst des betreuenden Arztes / Therapeuten und vor allem auch den Auftrag „seinem“ Patienten/Kunden optimal zu betreuen auch ohne wirtschaftliche Zwänge gerecht zu werden.

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